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Brief Februar 2007

Letzter Brief der Vorsitzenden
September 2007
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(25 KO)

Da nichts Wichtiges zu berichten war, habt ihr lange Zeit kein Lebenszeichen von mir bekommen. Nun wird es aber Zeit dass ich euch über den letzten Stand der Ereignisse informiere.

Neues von der Vereinigung :

Wir freuen uns in der Schweiz eine neue Patin, Karin, begrüßen zu dürfen. Sie hat die Patenschaft für ein neues „Buschpatenkind“, Fati, übernommen.
Letzten Monat erreichte mich die traurige Nachricht des Todes unserer amerikanischen Patin Joyce. Ihre Patenschaft wurde von ihrer Freundin, unserer deutschen Patin Gabi, übernommen. Da Gabi bereits seit mehreren Jahren die Patenschaft einer unserer Schüler und einer ganzen Tuaregfamilie weiterpflegt, sind wir ihr sehr dankbar für ihre besonders bewundernswerte Großzügigkeit!

Ich möchte mich hier ganz besonders bei unserem Mitglied und Pate René Sutter bedanken, der letzten Februar mit drei Männerchören in Saint-Louis ein wunderschönes Konzert zugunsten von TATIT organisiert hat. Ebenfalls ein ganz herzliches Dankeschön an Noëlle und Anne-Marie, die bei der Gestaltung mitgeholfen haben. Es konnten 1800 € gesammelt werden, dank denen in Bagga für die Nomadenfamilien Tiere gekauft werden konnten, darunter drei Kamele die auf die Namen… der drei Chöre: Liederkranz, Florival und Alliance, getauft wurden!

Generalversammlung 2007 :

Sie wird am 9. November wie üblich in Mulhouse stattfinden und ausnahmsweise kann dieses Jahr Madu dabei sein. Er freut sich die ihm schon bekannten Mitglieder wieder zu sehen, und mit denjenigen, die er noch nicht kennt, Bekanntschaft zu schließen. Ich hoffe an diesem Abend den Videofilm vorstellen zu können, den ich Anfang des Jahres in Bagga und Tahoua gedreht habe, obwohl im Moment Informatikprobleme die Montage-Arbeit verzögern.

Neues aus dem Niger

Die Regenzeit hat dieses Jahr spät angefangen, und die Nomadenfamilien sind erst im Juli in Richtung Norden gezogen. Die lange Trockenzeit ließ ein neues Desaster befürchten, sowohl für die Versorgung der Leute wie auch der Tiere mit Nahrung. Aber dann fiel, und fällt immer noch, sehr viel Regen. Ganze Dörfer sind überflutet, und es kamen Leute und Tiere um. Vielerorts leiden die ärmsten Familien immer noch unter den Folgen der Katastrophe des Sommers 2005, und diese Überschwemmungen, die auch Felder und Gärten vernichtet haben, stürzen sie in ein noch größeres Unglück. Besonders dramatisch ist die Lage im Aïrgebirge, dessen Hauptstadt Agadez 450 KM von Tahoua entfernt ist. Dort erschwert zusätzlich ein neuer Bürgerkrieg die Hilfsaktionen.
Eine neue Tuareg-Rebellion, die vor wenigen Monaten im Norden des Landes begonnen hat, erschüttert das Land. Sie nennt sich MNJ (Bewegung der Nigrer für Gerechtigkeit). Die Regierung verweigert jeden Dialog mit den Rebellen und greift hart gegen sie durch, was zu einem Eskalieren von gegenseitigen Vergeltungsmassnahmen führt. Im ganzen Aïrgebirge herrscht Notstand und wie üblich ist die Zivilbevölkerung hart getroffen. Sowohl viele Nomaden wie auch Bewohner von Dörfern verlassen Tiere und Gärten und fliehen. In den Städten des ganzen Landes finden regelmäßig große Kundgebungen gegen die Rebellion statt.Viele Tuareg fühlen sich bedroht.

Bagga :

Auch hier hat es sehr viel geregnet. Das neue Staubecken unweit unseres Hauses hat zur Überschwemmung geführt. Das Wasser bedeckte einen großen Teil unseres Gartens und sogar die Brunnen. Es kam bis an unser Haus, eine noch nie erlebte Situation! Glücklicherweise sind die Schäden geringer als zuerst befürchtet wurde. Madu stellte an den Brunnen Risse fest, die aber repariert werden können. Die Hirse ist gut gewachsen und auf den Weideplätzen gibt es viel Gras. Unsere Tiere gedeihen prächtig, und auch den Menschen geht es, abgesehen von den üblichen Malariafällen und einer mit Erfolg operierten Blinddarmentzündung, gut!

Unsere zwei „Elektriker ohne Grenzen“ bereiteten sich vor, Madu am 13. November nach Bagga zu begleiten um dort das Solarmaterial zu installieren. Leider führte ein Zwischenfall mit der französischen Firma, die dieses Material nach Niger liefern sollte, zu der (berechtigten) Stornierung der Bestellung. Nun müssen unsere Elektriker einen neuen Lieferanten suchen und die Kostenvoranschläge lassen auf sich warten. Zusätzlich wurde einem der Elektriker die Freistellung am Arbeitsplatz im November verweigert, so dass diese Reise sicher verschoben werden muss.

Tahoua :

Unsere vier ältesten Schüler Djamila, Assa, Mohamed und Ekam haben im Juni noch einmal für die „mittlere Reife“ kandidiert. Leider gelang es nur Assa, die Prüfung zu bestehen, aber es werden trotzdem alle vier ihr Studium im Gymnasium fortsetzen. Es gibt noch keine Berufsschule in Tahoua und bis jetzt müssen sich diese Schüler in Niamey, Maradi oder Zinder bewerben, was hohe Unkosten mit sich führt. Nun werden aber mehrere Berufsschulen und eine Universität in Tahoua gebaut, und wir hoffen dass unsere Schüler sie besuchen können sobald sie das Abitur-Niveau erreicht haben.
Bei den jüngeren Schülern geht nun nur noch Albacharet in die Volksschule. Außer ihr werden beim nächsten Schulanfang, der im Oktober stattfinden wird, alle unsere Schüler Oberschulen besuchen.

Ich werde vom 25. Januar bis 20. März wieder im Niger sein. Nach meiner Rückkehr werdet ihr wie üblich den Rapport über meine Reise sowie über der Lage vor Ort bekommen.

Ganz herzliche Grüsse !
Danielle Kronenberger-Elhadji

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