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Letzter Brief der Vorsitzenden :
Oktober 2014
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32 KO

Liebe Mitglieder, liebe Paten und Patinnen, liebe Sympathisanten

Ich hätte so gerne von erfreulichen Ereignissen berichtet, leider lässt es die aktuelle Situation nicht zu!

Die Lage im SAHEL

Sie hat sich durch die Präsenz von französischen und amerikanischen Militärstützpunkten nicht wesentlich verbessert, und das Erscheinen einer neuen Terroristengruppe, Daech (Krieger des islamischen Kalifats), die in Algerien eine französische Geisel geköpft hat, lässt wenig Hoffnung auf eine baldige Besserung zu. Terroristengruppen, die von französischen und afrikanischen Truppen aus Nord Mali verdrängt wurden, kommen nun zurück und richten erneut Unheil an. So wurde ein junger Tuareg geköpft und sein Kopf als „abschreckendes Beispiel“ am Eingang seines Dorfes aufgehängt, da die Terroristen ihn verdächtigten den französischen Soldaten über sie Auskunft gegeben zu haben.
Im Süden sieht es nicht besser aus : an der nigerianischen Grenze terrorisiert BOKO HARAM weiter sowohl Christen wie Muslime, mit dem Vorhaben, in diesem Gebiet die Scharia einzuführen.

NIGER

Es ist selten dass dieses Land in den Medien erwähnt wird, und wenn, dann ist es nicht wegen einer guten Nachricht, so wie es auch dieses Mal der Fall ist! Mehrere Ehefrauen von führenden Politikern, unter ihnen der Präsident der nigrischen Nationalversammlung, haben in Nigeria neugeborene Kinder „gekauft“ und sie als ihre Eigenen ausgegeben. Zwölf Frauen und deren Ehemänner wurden verhaftet, aber der Präsident der Nationalversammlung ist auf der Flucht.

Es kommen weiter Flüchtlinge in Niger an , hauptsächlich aus Mali und Nigeria, aber ebenfalls aus anderen kriegsgeplagten Gebieten. Der UNHCR betreut sie in Niamey wie auch in Tahoua, Filinge und Diffa, aber bald wird diese Hilfe nicht mehr gewährleistet sein können.
Diejenigen Flüchtlinge die in Niger Familienangehörige oder Bekannte haben, versuchen bei ihnen Hilfe zu finden, aber meistens handelt es sich um Leute die selber nur das Nötigste zum Leben haben. Diejenigen Flüchtlinge die in Niger Familienangehörige oder Bekannte haben, versuchen bei ihnen Hilfe zu finden, aber meistens handelt es sich um Leute die selber nur das Nötigste zum Leben haben. Glücklicherweise wurde das Land bis jetzt von dem Ebola Virus verschont!

Die diesjährige Regenzeit verlief insgesamt gut, aber der Regen war unregelmäßig verteilt. In einigen Gebieten verursachte er schwere Überschwemmungen, während andere nicht genügend Wasser bekamen.

TAHOUA

Der Schulanfang 2014/2015 verlief gut. Alle unsere Schüler konnten in Privatschulen eingeschult werden. Leider werden deren Gebühren jedes Jahr höher, aber es ist der Preis, den man für einen guten Unterricht zahlen muss, denn in den staatlichen Schulen wird viel gestreikt. Immerhin scheinen im Schulwesen dieses Jahr große Fortschritte getan worden zu sein. Sie lassen hoffen dass sich Niger’s Regierung endlich tatkräftig für eine bessere Schulbildung der zahlreichen Kinder dieses Landes einsetzen will.
Yussuf wird 2015 (und nicht 2014, wie ich es dieses Jahr irrtümlicherweise geschrieben hatte) unser erster Kandidat für das Abitur sein. 2016 werden Adamu, Bila und das erste Mädchen, Albascherette, in seine Fußstapfen treten. Mariama, Zeinabu und Leila sind noch weit von diesem Ziel entfernt, während Sofian und Fatima noch in die Grundschule gehen. Wir unterstützen weiter Mustafa in Nigeria.

BAGGA

In Bagga fiel der Regen mit großer Regelmäßigkeit auf die Hirsefelder und die Gärten, was zu einer guten Ernte führte. Das war im Tal von Tiggart, wo mehrere Familien jedes Jahr Hirsefelder bepflanzen, nicht der Fall. Die Ernte fiel dort katastrophal aus.

Leider wurden nicht nur, wie wir es zuerst vermuteten, die Metallteile von unserer Vergnet Pumpe gestohlen, sondern die ganze Pumpe wurde abmontiert und wegtransportiert.
Diese Pumpe diente nicht nur unseren Familien zu ihrer täglichen Wasserversorgung, sondern ebenfalls vielen Einwohnern von benachbarten Dörfern sowie Nomaden auf der Durchreise. Wegen dieser regen Benutzung musste sie oft repariert werden, aber es handelte sich nicht um teure Reparaturen. Nun sollte eine völlig neue Pumpe gekauft werden, und wir sind von dieser Idee wenig begeistert, da die Gefahr besteht dass sie erneut gestohlen wird. Auch fehlen uns dafür die finanziellen Mittel, außer es melden sich großzügige Geber! Wir werden auf der nächsten General Versammlung über dieses Problem diskutieren.

Nun wird das Wasser wieder mittels einer benzinbetriebenen Pumpe aus der Bohrung gepumpt, so wie in den Gärten, wo die Solarpumpen nun seit mehreren Jahren nicht mehr in Betrieb sind. Die neuen Pumpen, ein Geschenk der Firma LORENTZ, befinden sich seit 2012 bei mir in Saint-Louis, aber die derzeitige Sicherheitslage in Niger lässt es leider nicht zu dass unsere „Elektriker ohne Grenzen“ nach Bagga reisen um sie vor Ort zu installieren. Auch über diese Situation müssen wir auf der G.V. diskutieren.

Unsere Nomadenfamilien sind noch nicht in die Täler von Bagga und Tiggart zurückgekehrt, aber Madu besucht sie regelmäßig.
Bei jedem Besuch erwarten ihn Kranke, die nach Tahoua transportiert werden müssen, denn in dieser Jahreszeit grassiert die Malaria besonders heftig. Die schlimmsten Fälle werden im Spital von Tahoua behandelt, die weniger schlimmen in unserem Haus. Bis jetzt konnten alle Patienten geheilt in ihre Camps zurückgebracht werden.

Allen unseren Patenkindern geht es gut!

NEUES VON DER VEREINIGUNG

83 Mitglieder haben ihren Mitgliedsbeitrag 2014 bezahlt. Ein einziges Mitglied hat uns verlassen, indem es sein hohes Alter und finanzielle Schwierigkeiten als Grund angab. Die Zahl der Paten und der Patenkinder ist stabil geblieben.
Diese Treue ist sehr erfreulich, denn das Leben ist auch in unseren westlichen Ländern für viele Leute mit immer mehr Schwierigkeiten verbunden.

Ich hoffe viele von euch auf unserer Generalversammlung empfangen zu dürfen. Leider werde ich dieses Jahr keine neuen Bilder aus Niger zeigen können.

Mit freundlichen Grüßen!

Danielle Kronenberger-Elhadji

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